Fragen

Klar, für die unmittelbaren Anwohner an der B31 würde der Stadttunnel lokale Entlastung (weniger KfZ pro Tag) bringen. Für das Regierungspräsidium, die Stadtverwaltung und die meisten Gemeinderäte gilt der Stadttunnel in Freiburg daher als alternativlos.

Aber was bedeutet der Bau von 1,7 km Tunnelautobahn in einer Gesamtsicht? Ist er wirklich alternativlos? – Ist die Frage nach Alternativen bisher überhaupt ausreichend gestellt und beantwortet worden?

Und haben die Bewohner der Region sich ausreichend informiert und nach den Auswirkungen und Zielrichtungen eines volkswirtschaftlich sehr teuren und von allen Steuerzahlern zu tragendem Projekt gefragt?

Zementiert er nicht einen am Lastkraftwagen orientierten Gütertransport und einen am motorisierten Individualverkehr orientierten Lebenswandel, dessen Zukunftsfähigkeit und Enkeltauglichkeit aufgrund der Nebenwirkungen, wie z.B. dem Klimawandel längst in Frage stehen?

Die Stadttunnelautobahn für Freiburg würde ein sehr aufwändiges Bauwerk. Mit einem „Vollanschluss“ am Ganterknoten müssen auf engstem Raum Ein- und Ausfahrten untergebracht werden und die Rampen müssen mit Ausnahmegenehmigung steiler gebaut werden, als nach den Richtlinien erlaubt. Es wird notwendig nahezu alle Versorgungsleitungen sowie die Straßenbahn in diesem Bereich zu verlegen.Ganterknotenausschnitt

 

Für die Initiative Statt Tunnel stellen sich viele Fragen, die bisher von vermeintlich verantwortlicher Seite unbeantwortet sind, z.B.:

  1. Wer ist eigentlich verantwortlich für die Entscheidung einen Autobahntunnel in Freiburg zu bauen? Ist es die Bundespolitik, die Landespolitik, das Regierungspräsidium  Freiburg, der Gemeinderat der Stadt Freiburg, die Stadtverwaltung oder sind es all diejenigen, die sich statt für Bahn oder Fahrrad für die Fahrt mit dem eigenen Auto entscheiden oder ihren Stuhl statt beim Schreiner neben an im Internet bestellen?
  2. Sind der Einkauf oder die Freizeitgestaltung mit dem eigenen Auto (43% des Verkehrsaufwandes entfallen auf Freizeit und 16 % auf das Einkaufen) alternativlos?
  3. Woher kommen und wohin fahren eigentlich die Lastkraftwagen (LKWs) auf der B31 und was haben sie geladen?
  4. Sind ein Güterverkehrsaufkommen auf der Strasse von 452,7 (70,2%) Milliarden Tonnenkilometer (2014) alternativlos?
  5. Können wir uns einen Stadttunnel angesichts des rascher als gedacht voranschreitenden Klimawandels überhaupt leisten?
  6. Hat der Bundeverkehrswegeplan im bereits sehr schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,9 die Enkeltauglichkeit des Projektes angemessen berücksichtigt?
  7. Trägt die Tunnelautobahn dazu bei, um alle in der Region vor Emissionen, Lärm, Verletzten und Klimawandel zu schützen?
  8. Wie hoch sind Ressourcenverbrauch und der Kumulierte Energieaufwand für den geplanten Stadttunnel?
  9. Was passiert mit den Abgasen, die im Stadttunnel entstehen?
  10. Wie wirkt sich der Stadttunnel auf den Verkehr in den Zufahrtsstrassen zum Stadttunnel aus?
  11. Welche Auswirkungen haben die beiden Röhren auf die Dreisam und das Grundwasser und ggf. die Trinkwassergewinnung im Zartener Becken?

Aus dem Planschnitt zur Nordröhre wird durch die Fragezeichen nicht klar in welcher Tiefe das Grundgestein beginnt und ob es durch die Tunnelröhren nicht zu einem erheblich schnelleren Abfluss des Grundwassers kommt. Im Auftrag des Regierungspräsidium Freiburg wird derzeit ein Grundwassermodell entwickelt, um dieser Frage nachzugehen.